Zwar sagt mir die gute Erziehung, dass man zu Menschen nett ist und ihnen nicht zeigt, was man wirklich von ihnen hält.
Vor allem im Web wird diese "Höflichkeit" bis zum äußersten überspannt. Man fügt Menschen als "Freunde" hinzu, die man als Cousine vom Exfreund der Sitznachbarin der Unterstufe kennt.
Doch Freundschaften ablehnen ist nicht das höchste der "Ich kann mir meine Freunde verdammt nochmal selber aussuchen"-Gefühle.
Nein. Freundschaften beenden bringt den neuen Spaß. Vor allem da es dank der modernen Technik nicht auf spontane Ausrufe wie
"i mag di nimma"
und "du bist nimma mei freindin"
wie im Kindertagen begrenzt ist.Auf Facebook erhält man angeblich noch ein offizielles schreiben:
"Hallo C. O., Sabine Maria E. hat Ihre Freundschaft (...) beendet.
Grüße, das Facebook-Team"
Grüße, das Facebook-Team"
Das verleiht dem Ganzen eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriösität. Wer braucht da noch Unterlassungsklagen von einem Rechtsanwalt.
Ich finde die Idee gut, dass man sich zurückbesinnen kann und nicht jeden mehr als "Freund" bezeichnet. Schließlich macht nicht ein Klick auf Facebook eine Freundschaft.
Vertrauen - Ehrlichkeit - Rücksichtnahme fallen mir da als Freundschaftsgradmesser ein.
Nur weil uns früher geraten wurde, dass man nie genug Freunde haben kann. Blödsinn. Die Klasse, nicht die Masse, machts.
Also lasst uns den Freundschaftsbegriff entwässern und beenden wir nach Herzenslaune Freundschaften. Den alles haben wir auch nicht nötig.
Mich juckts auch schon wieder in den Fingern... so watch out! ;)
